Impressionen von der Baustelle – Klappe, die Fünfte

Der Count-Down läuft; die Umzugsfirma ist geordert, der Bau befindet sich im Endstadium. Das Grundstück ist planiert, Stabmatten- und Wildzaun sind fertig, die Drainage liegt, Gartenhäuschen und Carport stehen, die Vorarbeiten für Veranda und Terrasse sind getätigt, sogar die ersten Pflanzen fassen Wurzeln und die schöne Weide schlägt aus. Die beiden Bäder nebst der kleinen Wanne für Hundi sind gefliest, die Küche wurde eingebaut, wenn auch nicht vollständig. Die angelieferte Spüle passt nicht in die Arbeitsplatte und die Maße der Platte wurden von Küchenquelle auch nicht korrekt berechnet. Irgendwas ist mit diesem Lieferanten immer…

Trotz aller Fortschritte lag bei meinem letzten Baustellen-Besuch Mehltau auf Rosien. Sorgen schmälern die Vorfreude. Hotel Hannover, das mir dank Angela, Dirk und Sandra immer ein überaus nettes Zuhause bietet bis mein neues Zuhause steht und funktioniert, musste am Dienstag seine Tore für Touristen schließen; ab 18 Uhr auch die empfehlenswerte Küche. Existenzielle Ängste treiben alle um, die sich für meine Bude auf dem Land stark machen. Zwar denke ich nicht, dass wir vor einer Apokalypse stehen, Sorgen im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Umzug in Zeiten von Corona plagen mich dennoch.

Was, wenn Berlin komplett dicht gemacht wird? Die allerletzten Baustellen auf der Baustelle nicht zu Ende gebracht werden, weil die dafür benötigten Materialien nicht geliefert werden können oder die Mitarbeiter erkrankt sind? Wenn der Spedition nicht ausreichend Kräfte für meinen Umzug ab dem 16. April zur Verfügung stehen? Wie kriege ich das Mobiliar, das ich verschenken möchte, weil in der neuen Bude dafür kein Platz ist, in Berlin an den Mann beziehungsweise die Frau, wenn sich keine/r mehr aus seinem Haus traut? Wie erledige ich die vielen To-Do‘s bei einer Ausgangssperre, die immer wahrscheinlicher wird? Was, wenn ich mir eine 14-tägige häusliche Quarantäne verordnen muss?

Sorgen schmälern die Vorfreude. Zwar lag Mehltau auf Rosien, unterkriegen lässt man sich dort aber nicht. Solidarität hat man schon zu DDR-Zeiten geübt. Ein Movens, so mein Eindruck, das in der Gegend auch jene verinnerlicht haben, die die DDR nicht mehr erlebt haben.

Zusammenhalten beim Abstand halten. Einen anderen Weg aus der Corona-Krise gibt es derzeit nicht.

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