Rosiener Notizen

Vom und über das Land

Am 16. April 2020 bin ich aus Berlin/Steglitz weggezogen. Kaum zu glauben, dass der Einzug in die „Bude auf dem Land“ schon zwei Monate her ist. Offenbar vergehen die Stunden, Tage, Wochen und Monate auf dem Land noch schneller. Bleibt zu hoffen, dass meine Jahre auf dem Land nicht ganz so schnell ins Land ziehen.

der Rasen wird… © GvP

Lotta-Filipa und ich fühlen uns hier prächtig; Hundi sich terrierwohl, ich mich pudelwohl. Obschon ich in den vergangenen Wochen verschiedentlich an meine Grenzen gekommen bin. Weil ich körperliche Tätigkeiten schlichtweg nicht gewohnt bin. Jedenfalls solche nicht, die beim Bezug eines Neubaus und dem Anlegen der Außenanlagen anfallen.

Insbesondere die „grüne Wohlfühl-Oase“, in spe wohl wohlgemerkt, fordert mich. Fordert mir viel ab, weil ich tatsächlich Neuland betrete. Und das sogar in dem Bewusstsein, dass mir etwas fehlt, was man zum Gärtnern unbedingt mitbringen sollte: einen „grünen Daumen“.

Dieses Talent geht mir völlig ab. Zimmerpflanzen, denen ich in den letzten Jahrzehnten hin und wieder eine Chance gab, haben mir keine gegeben. Und die Pflanzen, die meinen Balkon aufhübschen sollten, sind mit mir nicht glücklich geworden. Irgendwann hatte ich dann ein Einsehen mit den Pflanzen: es kamen einfach keine mehr ins Haus.

Eine weise Einsicht, die unter derzeitigen Umständen allerdings wenig hellsichtig ist. Soll ich auf ewig auf Sand schauen? Sollen Hundi und ich für immer auf Sand laufen? Sollen wir allzeit Sand in die Bude tragen? Ich entschied, mir eine zweite Chance zu geben. Vielleicht hat es sich unter den Pflanzen auf dem Land ja noch nicht herumgesprochen, dass ich keinen „grünen Daumen“ habe?

der aktuelle Blick von der Veranda © GvP

Ich bemühe mich redlich, plage mich regelrecht. Trotz Schmerzen in der rechten Schulter, die mutmaßlich vom Ackerkratz-Distel-Ausbuddeln und vom Unkraut-Jäten herrühren. Was ich übrigens beides mit ebenso viel Leidenschaft wie Akribie betreibe. Man mag mich gerne für verrückt erklären. Mir macht dieser sinnlose Kampf gegen permanent nachwachsenden Wildwuchs richtig Spaß.

Und die Pflanzen? Die danken es mir, indem sie wachsen und bereits die ersten wunderschönen Blüten tragen. Mutmaßlich haben sie aber nur Mitleid mit mir. Eine Einzige scheint mit meinen gärtnerischen Leistungen nicht einverstanden zu sein. Ein Blumenhartriegel. Bei dem habe ich gestern Blattläuse entdeckt!

2 Gedanken zu “Die Freude beim Gärtnern. Klappe, die Erste

  1. villebooks sagt:

    Für einen Schlafplatz und einen Pott Tee, komme ich gerne einmal ehrenamtlich Unkraut jäten.
    Alles Gute, mit dem neuen Grund … & Boden!

    Gefällt mir

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