Rosiener Notizen

Vom und über das Land

Wer meint, auf dem Dorf sei nichts los, der kennt Rosien in der Elbtalaue nicht. Kaum kommt die Nacht, tobt hier der Bär! So laut, dass Hundi – seitdem die Tage kürzer geworden sind – bei einbrechender Dunkelheit in Rage gerät. Offensichtlich schlägt Lotta-Filipa das nächtliche Treiben nicht aufs Gemüt, sondern auf die Ohren. Kein Wunder bei ihrem feinen Gehör.

Mich nervt Hundis Gekläffe. Umso mehr wenn sie nächtens im Haus jault: „Ich muss raus! Nach dem Rechten schauen. Die treiben es in Rosien wieder bunt!“

Als ehemaliger Stadtmensch, genauer: als Großstadtbewohner, ist man Geräuschpegel ja gewöhnt. Dass sie es hier in Rosien noch doller treiben als in Berlin, wollte mir aber nicht so recht in den Sinn. Sabine, die sich auf das andauernde Kläffen Lotta-Filipas ebenso wenig einen Reim machen konnte wie ich, entschied, dem nächtlichen Treiben auf die Spur kommen zu wollen. Eine Nachtkamera wurde installiert.

Inzwischen wissen wir, wer nächtens auf unserem Grundstück Party feiert. Zwar tobt hier nicht der Bär. Dafür aber ein Waschbär und das gemeinsam mit einer Katze, einem Marder und einem jungen Fuchs.

Und Lotta-Filipa? Die hat die Nachtkamera beim Partygang ebenfalls erwischt. Mir schwant: Hundi will nachts nicht etwa aus dem Haus, um nach dem Rechten zu sehen. Sie will einfach auch nur Spaß haben!

Ein Gedanke zu “Nachtleben in Rosien

  1. Gerd sagt:

    Wohl dem, der eine Wildkamera hat. Der Fuchs läuft Patrouille, die Katze ärgert mit Vergnügen den Hund. Die anderen vagabundieren und chillen. Kein Wunder, dass Lotta da mitmischen will…

    Gefällt 1 Person

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