Rosiener Notizen

Vom und über das Land

Da der Mai verregnet war, fiel das Gärtnern dem Wasser zum Opfer. Naiv wie ich in der Sache (noch) bin, redete ich mir ein, so der Wonnemonat seinem Namen keine Ehre macht, muss ich im Garten nichts machen. Zu meiner Ehrenrettung sei angemerkt, dass der Garten im Mai seinem Namen ebenfalls keine Ehre gemacht hat. Nach Garten sah das jedenfalls nicht aus, was meine „Bude auf dem Land“ umgeben hat.

Dann kam der Juni. Und mit dem Monat, in dem ich zur Welt gekommen bin, der Wetterumschwung. Schlagartig sah der Garten nach Garten aus und zu dem nach einem, in dem es für mich ziemlich viel zu tun gab. Eine Wiedergeburt! Eher wohl eine Sturzgeburt!!!

ein Blick in meinen Garten © GvP

Anfangs war ich beglückt, dass sich auf dem Feld, dass ich im vergangenen Jahr mit viel Mühe beackert hatte, etwas rührte. Allerdings überstürzten sich alsbald die Ereignisse. Während meine Sträucher, Pflanzen und der Rasen eher langsam in die Gänge kamen, schoss das Unkraut aus dem Boden. Binnen weniger Tage hatte es solches Übergewicht bekommen, dass ich beschloss, die Arbeit am Schreibtisch für einige Tage ruhen zu lassen, um dem Unkraut den Kampf anzusagen. Dass habe ich – nach einschlägigen Erfahrungen im vergangenen Jahr – verinnerlicht: Wehre den Anfängen. Sonst wirst du nie wieder Herr darüber.

Während ich zupfte, rupfte und nachmulchte (nicht mit Rindermulch), schoss der Rasen raus. In solche Höhen, dass ich mich veranlasst sah, mich des Rasens anzunehmen. Leichter gesagt als getan. Denn Mulcher Horst (ein Aufsitzmähwerk) kam mit dem hohen Wuchs nicht klar. All‘ das, was er in fetten Klumpen in drei Mährunden zu jeweils zwei Stunden auf dem Grundstück verteilte, musste mit dem Rechen zusammengekehrt werden. Das kostet Zeit und Kraft. Während ich mähte und kehrte, schoss das Unkraut ins Kraut. Ein Teufelskreis, dem ich kaum mehr Herr werde. Zumal ich wässern muss. Und allein damit täglich gut drei Stunden beschäftigt bin.

4 Gedanken zu “Die Freude beim Gärtnern. Klappe, die Sechste

  1. Der Räuber aus Hotzenplotz sagt:

    Genau deshalb habe ich (wir) unseren Hof verkauft … es gibt noch ein anderes Leben, außer Rasen mähen, Unkraut jäten und Zeit damit zu verbringen, die man „im forgeschrittenen Alter“ besser nutzen kann. Nach fast 40 J. Hofpflege und allem, was damit zutun hatte … jetzt ist es mal gut. 🙂

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    1. Noch macht es mir Freude. Trage neuerdings eine Uhr mit Schrittzähler. Verblüffend viele Kilometer lege ich täglich im Garten zurück. Ein guter Ausgleich zum Schreibtisch

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      1. a.neuhaus sagt:

        hallo.in den 60zieger jahren wohnte eine familie von prittwitz in werne bei der gräfin von kanitz. die unsere nachbarin war.wenn sie eine verwante sind melden sie sich bitte.wir würden gerne über jelka von kanitz etwas wissen.

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      2. das gereicht mir sehr zur Freude. Jelka von Kanitz ist die Halbschwester meines Vaters Krafft-Erdmann von Prittwitz, dessen Mutter/meine Großmutter Helene in zweiter Ehe Graf Kanitz heiratete. Helene kam 1950 in Ehringhausen unter, ihre Tochter Jelka ging der Liebe wegen in die USA, wo sie bis heute lebt.

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