Käthe?! Lotta-Filipas Tagebuch. Klappe, die Sechste

Zwar war ich längstens aus dem Welpenalter heraus und verspürte wenig Lust, mich wieder auf das Niveau eines minderbemittelten Tollpatsches herabzubegeben, der Freude daran hat, Bleistifte anzuknabbern, Schuhe zu verkramen oder Pflanzen auszubuddeln. Nachdem mir jedoch klar geworden war, dass Welpenkram Gesine auf die Nerven ging, tat ich mit wachsender Begeisterung mit Käthe mit. Mir gefiel, dass ich dank dem aufdringlichen Eindringling, der mir meine Rolle als verwöhnter Einzelköter streitig machte, doch noch auf meine Kosten kam.

Zunächst spornte ich Käthe an, Unfug zu machen. Dann besann ich mich auf das Repertoire, das ich vor neun Jahren draufhatte. Dass ich als Welpe gerne Kabel und Schnürsenkel angeknabbert hatte, was bei Gesine immer besonders gut angekommen war. Zu meinem Missvergnügen stand Käthe danach nicht der Sinn. Sie beschnupperte ein Paar von Gesines Schnürschuhen und gab mir dann zu verstehen, schmeckt nicht.

Spielen © GvP

Da Käthe keinerlei Interesse an dem Unfug zeigte, den ich aus meiner Welpen-Mottenkiste hervorgekramt hatte, musste ich mich aus der Not geboren auf das einlassen, woran Käthe Freude hatte. Toben und Spielen, Unruhe und Unordnung ins Haus bringen, sich grunzend auf dem Rasen wälzen, an Gräsern und Pflanzen zupfen, liegengelassene Gartenutensilien verschleppen und mit spitzen Milchzähnen an Rasensprengern nagen. Größtenteils alberne, um nicht zu sagen: hochnotpeinliche Sachen, die weit unter meinem Niveau lagen.

noch auf dem Rasen © GvP

Spielen, Wälzen, Toben und Rennen jedoch waren auch meine Dinger. Darauf ließ ich mich gerne ein. Um meinem ursprünglichen Plan nicht vollends aus dem Auge zu verlieren, dass es in der Sache weder um Käthes noch um mein Vergnügen, sondern um Gesines Missvergnügen ging, bemühte ich mich, eine ausgeklügelte Taktik durchzusetzen. Erst wälzten, tollten und rannten wir auf dem Rasen, dann in den Beeten. Dass die Pflanzen unter unserem wilden Spiel litten, gereichte Gesine erwartungsgemäß nicht zur Freude, mir aber zur Schadenfreude.

Ich war stolz auf mich. Ein ausgesprochen kluger Schachzug, mich auf Käthes Seite zu schlagen! Da hätte ich auch schon früher darauf kommen können.

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Das Tagebuch in Gänze kann man hier nachlesen

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