Käthe?! Lotta-Filipas Tagebuch. Klappe, die Siebte

Über den albernen Welpenkram, für den ich viel zu erwachsen war, sind wir zusammengewachsen. Anfangs tat ich – wie hier dargelegt – nur mit, um Gesine zu ärgern, indem wir in den Beeten tobten und die Pflanzen dabei Schaden nahmen. Dann hatte ich richtig Spaß daran, mich mit dem aufdringlichen Eindringling abzugeben. Inzwischen spiele und renne ich ganz gerne mit ihr. Allerdings nicht immer!

Quälgeist Käthe © GvP

Das sieht Käthe anders. Sie will immer! Käthe ist ein Quälgeist, sie kann nicht genug kriegen. Weder vom Spielen, Tollen und Toben und erst recht nicht vom Fressen. Unappetitlich ist mitanzusehen, wie sie das runterschlingt, was in ihrem Napf ist. Tischmanieren hat sie nicht. Und ein Genießer wie ich einer bin ist sie auch nicht. Käthe weiß gar nicht zu schätzen, was ihr kredenzt wird. Welpenkraftnahrung in feinster Bioqualität. Sogar dreimal täglich und in Portionen, die dreimal so groß sind wie meine. Obwohl ich nur morgens und abends zu fressen kriege. Eine zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit ist das! Ich frage mich, warum ihr Gesine nicht irgendeinen billigen Fraß vorsetzt. Käthe schmeckt doch gar nicht, was sie binnen Sekunden runterschlingt.

Ansehen kann man ihr aber, dass ihr das viele gute Futter guttut. Sie hat in sechs Wochen vier Kilogramm an Gewicht zugelegt. In die Höhe gewachsen ist sie auch. Jetzt misst sie in der Schulterhöhe gute 40 Zentimeter, womit sie mich überragt.

im Gleichschritt © GvP

Das Ergebnis der DNA-Analyse, die Gesine nach Käthes Ankunft in Auftrag gab, ist inzwischen gekommen. Da brauchte ich aus meiner Schadenfreude keinen Hehl zu machen. Käthe ist ein Bastard erster Güte. Allererster Güte! Das macht der kein anderer Straßenköter nach.

Seitdem ich weiß, wie viele unterschiedliche Gene in dem aufdringlichen Eindringling drinstecken, trage ich meine Nase noch höher. Aus guten Gründen. Denn ich bin ein nahezu reinrassiger Rat-Terrier, zu dem lediglich Deutsch Kurzhaar und Cocker Spaniel etwas beigemischt haben. Alles erstklassige vom FCI anerkannte Rassen mit vorzüglichen Charaktereigenschaften. Käthe kann mit ihrer Abstammung nicht punkten. Im Gegenteil. Sie sollte sich grämen, da die DNA-Analyse ergab, dass ihre Vorfahren über mindestens drei Generationen hinweg keinerlei Schamgefühl kannten. Sie trieben es doll. Ohne Rücksichtnahme auf ihr Erbgut. Wo auch immer und mit wem auch immer. Kurzum: Käthe ist das Resultat zügelloser Sexualtriebe! Das ist doch hochnotpeinlich.

„Spiel nicht mit den Schmuddelkindern…“ Leichter gesagt als getan. Käthe ist ein Quälgeist und irgendwie mag ich sie mittlerweile doch ganz gerne.

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Das Tagebuch in Gänze kann man hier nachlesen

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