Rosiener Notizen

Vom und über das Land

Lotta-Filipa hat mich im Griff. Was wiederum nicht bedeutet, dass ich Hundi nicht im Griff hätte. Es ist vielmehr so, dass wir seit acht Jahren zusammenleben und uns derweil recht gut kennen. Wir wissen, wie jeder von uns beiden „tickt“. Lotta-Filipa folgt ihrem Instinkt und ihrem Bauch, ich meiner Logik und meinem Bauchgefühl. Ihrer gaukelt …

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Da der Mai verregnet war, fiel das Gärtnern dem Wasser zum Opfer. Naiv wie ich in der Sache (noch) bin, redete ich mir ein, so der Wonnemonat seinem Namen keine Ehre macht, muss ich im Garten nichts machen. Zu meiner Ehrenrettung sei angemerkt, dass der Garten im Mai seinem Namen ebenfalls keine Ehre gemacht hat. …

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Kapriolen schlägt derzeit das Wetter. Hinlänglich bekannt ist, dass der April macht, was er will. Auf dem flachen Land tut er das mit Wucht. Unterstützt von Orkanböen, die hier so stark sind, dass ich mein zugegebenermaßen leichtes Gewicht kaum dagegenstemmen kann. Geschweige denn von Hundi. Zwar meint Lotta-Filipa besonders stark und kräftig zu sein, tatsächlich …

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Seit einiger Zeit schlage ich neue Töne an. Setze einen Vorsatz um, der mich genau genommen seit Kindertagen begleitet. Nämlich als ein Leihklavier ins Haus gekommen war und wöchentlich eine Lehrerin. Die aber nicht mir, sondern meinem jüngeren Bruder Stunden gab. Mir hatte meine Mutter ein anderes musisches Fach zugedacht. Ballettunterricht. Geschadet hat mir das …

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So sich ein Städter mit dem Gedanken trägt, aufs Land zu ziehen, kommen alsbald die Bedenkenträger ins Spiel. Jene, die es vermeintlich gut mit einem meinen, und vor allem die, die einen besonders gut zu kennen meinen. „Du bist eine (Groß-)Städterin.“ „Was willst du im Dorf?“ „Dort gehörst du nicht hin.“ „Landleben?! Das steht dir …

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Es geht ja die Rede, dass die Adventswochen und die Weihnachtsfeiertage die „stade Zeit“ seien. Die stille Zeit… Dem Lebensgefühl vieler entspricht das wohl eher nicht. Hier fühlt sich die Zeit aber momentan tatsächlich stade an. Seitdem die Temperaturen sinken und die immer früher einsetzende Dunkelheit Mensch, Tier und der Natur vorgaukelt, dass die Tage …

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Städter, die damit liebäugeln, in ländliche Regionen zu ziehen, verbinden damit vielfach den Wunsch, auf dem Land entschleunigen zu wollen. Eine idealtypische Vorstellung, hinter der schlechthin das Vorurteil steht, dass es auf dem Land langsamer zuginge als in der Stadt. Für mein Dafürhalten ist das ein weit verbreiteter Irrtum. Denn auf dem Land, so zumindest …

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Einst hat sich auf meinem Grundstück in Rosien eine traditionsreiche Gaststätte befunden. Nämlich die legendäre „Mosel“ mit einem großen Festsaal, wie mir erzählt wurde. Dass man dort vorzüglich speisen konnte, weiß ich sogar aus erster Hand. Vom Bruder meines Vaters, der sich nach der „Wende“ verschiedentlich nach Melkof aufgemacht hat, wo mein Vater und er …

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Mit dem Mulchen habe ich es nicht so. Davon abgesehen, dass ich anfangs gar nicht wusste, was damit gemeint ist, welchen Zweck das erfüllt, noch was man dafür braucht und welche Tätigkeiten im Garten damit verbunden sind. Ich kannte den Begriff schlichtweg nicht. Wie alle anderen Begriffe versteht sich, die zum Wortschatz eines Gärtners gehören. …

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Lotta-Filipa nervt seit einigen Tagen: „Ich will ne Marke!“ „Du bist ne Marke!“ „Ich will ne Marke!“ Mir schwant, was Hundi meint. Zumal sie neuerdings auch meint, der von Amtswegen bestellte Rosiener Wachhund zu sein. Was ihr zu ihrem Glück auf dem Land scheinbar fehlt, ist die niedersächsische Hundesteuermarke und eine offizielle Bestätigung vom Amt …

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