Rosiener Notizen

Vom und über das Land

Im Winter zeigt sich die hiesige Landschaft für mein Dafürhalten von ihrer besten Seite. Zwar nicht ihre Sonnenseite, denn die scheint in der kalten Jahreszeit in den Elbtalauen so gut wie nie. Wenn die Bäume und Sträucher entlaubt sind, auf den Feldern und Wiesen nichts mehr wächst, offenbart sich eine Kargheit, die üppig ist. Nichts …

weiterlesen

Eine weit verbreitete Unwahrheit über das Leben auf dem Land lautet, dass man dort entschleunigt. Meine Erfahrung ist eine andere: wer auf dem Land lebt, muss sein Tempo beschleunigen. Gemächlich gehen es hier allenfalls die Kühe und Schafe auf den Weiden an. So sie nicht schlafen oder träge dösen grasen sie genüsslich. In aller Ruhe. …

weiterlesen

Zu den fixen Ideen der Städter, die von einem Leben auf dem Land träumen, gehört die Vorstellung, dass es auf dem Land ruhig ist. Vielleicht fällt der Blick des lärmbelästigten Städters just in diesem Sehnsuchtsmoment auf eine weit verbreitete Hochglanzzeitschrift, die die Vorzüge eines Lebens in abgeschiedener Natur in Szene setzt. Eine Kuh grast auf …

weiterlesen

Bislang habe ich der Zubereitung von Mahlzeiten kein Vergnügen abgewinnen können. Meine Kochkunst – ein Euphemismus – beschränkte sich auf das Erhitzen von Wasser, um Nudeln al dente und wachsweiche Sechs-Minuten-Frühstückseier zu kochen. Mein kulinarisches Highlight gipfelte in einer Bolognese, die ich unter Zuhilfenahme einer Fertigtomatensauce mit einem scharfen Namen anrührte. So es mir gelegentlich …

weiterlesen

Anders als in Berlin weiß ich hier jene Phase im Jahr zu schätzen, in der die Tage kurz sind. Und das, obschon die Winterzeit in der Stadt sehr viel heller ist als auf dem Land. Licht bricht dort Dunkelheit. Anders in meinem Dorf. Straßenbeleutung ist hier eher spärlich gesetzt; das Licht der Laternen milchig und …

weiterlesen

Die zehnte Folge in dieser losen Reihe dürfte für diese Saison die letzte sein. Denn der Garten gibt Ruhe, er braucht mich nicht mehr. Abgesehen vom Laub, das zusammengekehrt und auf dem Komposthaufen entsorgt sein will, fordert er mir nichts mehr ab. Er zieht sich in sich zurück, kapselt sich ein, um im Winterschlaf Kraft …

weiterlesen

Im Grunde genommen habe ich mit Gärtnern nicht viel am Hut. Was nicht im Widerspruch zu der Tatsache steht, dass ich viel Gärtnere. Ich muss Unkraut jäten. Akribisch, um nicht zu sagen: besessen. Frei nach der Devise „wehrte den Anfängen“ rücke ich den Wildkräutern bereits dann zu Leibe, wenn sie sich anschicken, aus dem Erdreich …

weiterlesen

In diesem Beitrag geht es zuvörderst um den Hund, auf den ich 2013 gekommen bin, als ein Welpe bei mir einzog. Den knapp acht Wochen alten mutmaßlichen Wühltischwelpen hatten aufmerksame Passanten in einem Pappkarton an einem Berliner See aufgefunden und das todkranke Tier ins Tierheim gebracht. Nachdem man ihn aufgepäppelt hatte, kam er zu mir. …

weiterlesen

Etwas mehr vom Gärtnern als im vergangenen Jahr verstehe ich mittlerweile. Habe die Acker-Kratzdisteln halbwegs im Griff, komme mit Rindenmulch und dem Dosieren von Dünger besser zurecht und kann auf mein ausgeklügeltes Bewässerungssystem mit integrierter LED-Beleuchtung zu Recht stolz sein. Was wo in meinem Garten gepflanzt wurde, kann ich Besuchern inzwischen auch aus dem EffEff …

weiterlesen

Mutmaßlich langweile ich Tante S. während unserer regelmäßigen Telefonate. Möglicherweise fordere ich ihr dabei sogar viel ab? Da einer 86-Jährigen, die nicht gut zu Fuß ist, im Alltag, allemal unter Corona-Bedingungen, nicht allzu viel geboten ist, drehen sich unsere Gespräche zwangsläufig um mich. Verstanden hat Tante S. nie, warum ihr Patenkind aufs Land zog. Sie …

weiterlesen