Rosiener Notizen

Vom und über das Land

Lotta-Filipa hat mich im Griff. Was wiederum nicht bedeutet, dass ich Hundi nicht im Griff hätte. Es ist vielmehr so, dass wir seit acht Jahren zusammenleben und uns derweil recht gut kennen. Wir wissen, wie jeder von uns beiden „tickt“. Lotta-Filipa folgt ihrem Instinkt und ihrem Bauch, ich meiner Logik und meinem Bauchgefühl. Ihrer gaukelt …

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Da der Mai verregnet war, fiel das Gärtnern dem Wasser zum Opfer. Naiv wie ich in der Sache (noch) bin, redete ich mir ein, so der Wonnemonat seinem Namen keine Ehre macht, muss ich im Garten nichts machen. Zu meiner Ehrenrettung sei angemerkt, dass der Garten im Mai seinem Namen ebenfalls keine Ehre gemacht hat. …

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Ein Jahr und ein Monat ist der Umzug nach Rosien in die idyllische Elbtalaue heute exakt her. Einerseits hat sich in dieser Zeitspanne viel ereignet. Auf dem Grundstück! Darüber hinaus ist aber leider nichts passiert. Das gesellschaftliche/öffentliche Leben stand coronabedingt auch in der Gemeinde Amt Neuhaus still. Der traditionelle Frühjahrsempfang des Bürgermeisters konnte im letzten …

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Seit einiger Zeit schlage ich neue Töne an. Setze einen Vorsatz um, der mich genau genommen seit Kindertagen begleitet. Nämlich als ein Leihklavier ins Haus gekommen war und wöchentlich eine Lehrerin. Die aber nicht mir, sondern meinem jüngeren Bruder Stunden gab. Mir hatte meine Mutter ein anderes musisches Fach zugedacht. Ballettunterricht. Geschadet hat mir das …

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Bislang habe ich, wenn der Frühling erwacht ist, häufig an Frank Wedekind denken müssen. Jedoch nicht an sein bekanntes Drama, sondern an dessen erotische Tagebücher, die Gerhard Hay (1939 – 2014) einst transkribiert und 1986 herausgegeben hat. Ein Werk, das zu jenen gehört, die ich in Ehren halte. Weniger wegen der darin befindlichen intimen Widmung …

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Schnee? Eine Kindheitserinnerung: Rodeln, Schneeball-Schlachten, Schneemänner gegebenenfalls Schneefrauen bauen. Kalte Finger und Füße. Ihr Kribbeln beim Betreten der warmen Stube. Bestenfalls roch es nach Apfel und Zimt. So ein Bratapfel im Ofen auf mich gewartet hat. Weit zurückliegende Erinnerungen an schneereiche Winter. Seit langem ist es mir ein Bedürfnis gewesen, mich einmal wieder an einem …

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Klirrende Kälte hatte das Land hier in den vergangenen Tagen fest im Griff. In der Frühe zeigte das Thermometer -12, bisweilen sogar -14 Grad. So schnell wie Hundi in der Frühe normalerweise raus will, so schnell kam sie wieder rein. „Bei diesem Wetter jagt man keinen Hund vor die Tür.“ Wunderschön kalt ist es in …

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Knirschender Schnee unter den Sohlen? Ein Geräusch, das ich nicht mehr erinnere. Eine geschlossene Schneedecke, in der sich allenfalls Tierspuren ausmachen lassen? Ein Anblick, den ich ebenfalls nicht mehr in Erinnerung habe. Klirrende Kälte? Dieses Gefühl, allerdings, das kenne ich noch allzu gut aus Berlin. Vergangenen Freitag sind in Rosien am späten Nachmittag die ersten …

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Im April 2020 bin ich in Rosien sesshaft geworden. In der Gemeinde Amt Neuhaus, die sich über 230 Quadratkilometer östlich entlang der Elbe erstreckt. Als ich das verwilderte Grundstück – den ehemaligen Platz 18 – erworben habe, hatte es Jahrzehnte brach gelegen. Von Früher zeugten noch Überreste von Stallungen und ein völlig zerfallenes Hauptgebäude mit …

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So sich ein Städter mit dem Gedanken trägt, aufs Land zu ziehen, kommen alsbald die Bedenkenträger ins Spiel. Jene, die es vermeintlich gut mit einem meinen, und vor allem die, die einen besonders gut zu kennen meinen. „Du bist eine (Groß-)Städterin.“ „Was willst du im Dorf?“ „Dort gehörst du nicht hin.“ „Landleben?! Das steht dir …

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