Rosiener Notizen

Vom und über das Land

Menschen sind eine gar sonderbare Spezies. Hätte ich mitgewerkelt bei der Evolution, hätte ich ihnen eine Portion Instinkt mitgegeben. Menschen durchdenken die Dinge. Ohne Überlegung oder Erfahrungen das Richtige zu tun, geht ihnen ab. Ein Paradebeispiel dafür, dass man mit krampfhaftem Nachdenken nicht immer weit kommt, ist die Suche nach einem geeigneten Namen für mich. …

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Sabine, die nebenan wohnt, ist Fotografin. Zu ihren Kunden zählt der Deutsche Tierschutzbund, der sich auch dafür einsetzt, dass streunende Katzen und Hunde in der Ukraine und Rumänien kastriert werden. In beiden Ländern werden mittels Spenden Tierheime unterhalten. Vorgestern kehrte Sabine von einem Arbeitsaufenthalt aus Rumänien nach Rosien zurück. Sie hat mit einer Delegation, darunter …

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Die Gartensaison hat begonnen. Die Dritte. Wohlgemerkt: erst die Dritte in meinem Leben, da bis zu meinem Umzug nach Rosien keine Notwendigkeit bestand, zu gärtnern. Erstens: ich war nicht interessiert. Zweitens: meine Lebensumstände forderten derartige Fertigkeiten nicht ab. Und Letztens: meine Hinwendung zu Botanik, Floristik und Vegetation beschränkte sich darauf, in Gärten und Parks zu …

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Vor zwei Jahren – am 16. April 2020 – fuhr der Umzugswagen in Berlin/Steglitz vor, um aus dem Obergeschoss meine sieben Sachen in den Wagen zu laden. Zählt man die Socken, diversen Kleinkram, die Bücher und das Spielzeug hinzu, das seit 2013 für Hundi angeschafft worden war, waren es mutmaßlich 7.777 Sachen, die ich in …

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19273? Der geneigte Leser mag sich fragen: ein numerisches Orakel? Ein Zahlencode mit dem sich ein Safe oder ein Schließfach knacken lässt? Eine Kombination, die die Büchse der Pandora mit innenliegenden Übeln öffnet? Oder schlichtweg die Quersumme von 22? Gefragt ist weder noch, sondern das, was im Deutschen Reich 1941 zunächst als zweistellige Ziffer eingeführt …

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Ehre hat der Winter seinem Namen bisher nicht gemacht. Abermals keine weiße Pracht wie ich sie aus meinen Kindertagen vage in Erinnerung habe. Statt schnee- ist die Jahreszeit regenreich gewesen. Allein im aktuellen Kalendermonat sind in den ersten zehn Tagen solche Mengen gefallen wie in anderen Jahren im gesamten Februar. Die Wiesen und Bäume entlang …

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Seit einigen Tagen lässt mich ein Wort nicht mehr los: Hinterland. Positiv konnotiert! Gemeint ist das Land hinter meinem Grundstück in Rosien. Eine weite Fläche so der Mais, der gemeinhin den Blick verstellt, geerntet ist. Eine Oase direkt hinter meinem Haus. Auch für Vögel, die ihr Winterquartier dort bezogen haben. Ein wasserreiches Land, wenn die …

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Im Winter zeigt sich die hiesige Landschaft für mein Dafürhalten von ihrer besten Seite. Zwar nicht ihre Sonnenseite, denn die scheint in der kalten Jahreszeit in den Elbtalauen so gut wie nie. Wenn die Bäume und Sträucher entlaubt sind, auf den Feldern und Wiesen nichts mehr wächst, offenbart sich eine Kargheit, die üppig ist. Nichts …

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Eine weit verbreitete Unwahrheit über das Leben auf dem Land lautet, dass man dort entschleunigt. Meine Erfahrung ist eine andere: wer auf dem Land lebt, muss sein Tempo beschleunigen. Gemächlich gehen es hier allenfalls die Kühe und Schafe auf den Weiden an. So sie nicht schlafen oder träge dösen grasen sie genüsslich. In aller Ruhe. …

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Zu den fixen Ideen der Städter, die von einem Leben auf dem Land träumen, gehört die Vorstellung, dass es auf dem Land ruhig ist. Vielleicht fällt der Blick des lärmbelästigten Städters just in diesem Sehnsuchtsmoment auf eine weit verbreitete Hochglanzzeitschrift, die die Vorzüge eines Lebens in abgeschiedener Natur in Szene setzt. Eine Kuh grast auf …

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